Zu Besuch bei Alpen- und Mauersegler

Gibt es alles in der Altstadt und der näheren Umgebung zu sehen: Mauersegler am Riedholzturm, Eisvogel an der Aare, Dohlen am Riedholzturm, Uferschwalben in der Kiesgrube Flumenthal, Alpensegler am Bieltor und Störche auf dem Konzertsaal - hier bei "Baubeginn" im März.

Solothurn hat auch im Luftraum über der Altstadt eine bemerkenswerte Vogelwelt zu bieten. Rund 20 Interessierte haben auf Einladung der Voliere Solothurn die Kolonien von Mauerseglern, Alpenseglern und Dohlen besucht.

 

Der Kälteeinbruch Ende April hat ihre Ankunft verzögert. Aber jetzt sind sie von ihrer Reise in den Süden Afrikas wieder zurück. Seit letzter Woche sausen die Mauersegler, die gerne mit Schwalben verwechselt werden, wieder um die Dächer der Altstadt. Gut zehn Monate lang haben sie den Boden nie berührt. Jetzt landen die Luftwesen erstmals wieder, um hoch oben unter den Dächern ihre Nisthöhlen zu beziehen. Am besten sind die dunkelbraunen Mauersegler auf der Schanze am Riedholzturm zu sehen, wo sie zahlreich in den Mauerritzen brüten. Mit etwas Glück und Geduld lassen sich dort wahre Freiluftspektakel beobachten, wenn die kühnen Flieger mit hohem Tempo und Geschrei einfliegen und kurz vor der Wand eine Vollbremsung einleiten. Gut drei Monate dauert das jährliche Schauspiel, bevor die Tiere anfangs August wieder südwärts ziehen. 

Am Riedholzturm, wo die Gruppe am frühen Sonntag Morgen den ersten Halt einlegte, lebt auch eine zweite, weniger bekannte Vogelkolonie, die aber zum besonderen Naturinventar der Stadt zählt: Nur wer genauer hinschaut und hinhört, stellt fest, dass es sich bei den dunklen Rabenvögeln am Turm und auf den umliegenden Bäumen nicht um Krähen, sondern um Dohlen handelt. Sie haben im Unterschied zur Krähe einen grauen Kopf und helle Augen. Auch ihre metallisch scheppernden Rufe unterscheiden sich vom Gekrächze ihrer Artgenossen.

 

Auf dem Konzertsaal brütet in diesem Frühling erstmals ein Storchenpaar in unmittelbarer Nähe der Altstadt. Der eine Storch ist unberingt, beim anderen mit der Nummer SK 515 handelt es sich um ein Tier, das 2017 in der Altreuer Kolonie aufgewachsen ist. „Der 1997 verstorbene Storchenvater Max Bloesch würde sich freuen, wenn er sehen könnte, was aus seiner 1948 begonnen Wiederansiedlung des Storches geworden ist“, sagte Michael Hug, der die Gruppe durch das städtische Biotop lotste. Er erinnerte daran, dass Bloesch als Mitglied der ornithologischen Gesellschaft in den Fünfzigerjahren auch viel zum Umzug der Voliere vom Areal beim Bieltor auf die Chantierwiese beigetragen hatte.

 

Bloesch hatte sich auch an den Untersuchungen zum Alpensegler beteiligt, die in der Fachwelt der Ornithologen ebenso wie die Storchenansiedlung europaweite Bekanntheit erlangten. Federführend im wahrsten Sinn des Wortes war auch hier ein Solothurner Freizeitforscher, der Massgebliches zum Wissen über diesen grösseren Verwandten des Mauerseglers beigetragen hat. Der 1972 verstorbene Hans Arn-Willi hatte während 25 Jahren die grosse Kolonie in Solothurn akribisch untersucht. Gegen 200 Brutpaare lebten damals im Dach der Jesuitenkirche, bis es vor einigen Jahren den Mardern gelang, über die Efeuranken auf der Südseite plündernd über die Nester herzufallen. Die heute bestehende nördlichste europäische Kolonie in Freiburg im Breisgau ist von Auswanderern aus Solothurn begründet worden. Bis in die Neue Zürcher Zeitung schafften es Hans Arns Verfrachtungsversuche“, bei denen er 1937 28 Alpensegler mit der Lufthansa nach Lissabon fliegen liess. Die Hälfte der Tiere kehrte wieder zurück, wobei die ersten schon nach drei Tagen wieder in der Jesuitenkirche einflogen.

Heute befindet sich der Hauptstützpunkt der Alpensegler, die im Unterschied zu den Mauerseglern einen weissen Bauch haben und deutlich grösser sind, im Dach des Bieltors, wo gegen 60 Paare brüten. Sie kehren auch einige Wochen früher aus dem Winterquartier südlich des Äquators zurück und fliegen erst im September wieder weg. Die Alpensegler beherrschen im Sommer den Luftraum über dem Amthausplatz und über der Chantierwiese, befinden sich doch auch im Dach von Kreiskommando und Landwirtschaftsdepartement direkt neben der Kathedrale grössere Kolonien des Alpenseglers. 

 

Wer den Seglern zusehen will, muss den Kopf weit in den Nacken legen. Wer an der Aare den Eisvogel entdecken möchte, muss den Blick nach unten richten. Auf dem Abschnitt zwischen Rötibrücke und Emmenspitz, wo es etliche gibt, ist er am ehesten zu sehen, wenn er wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche mit schnellen Flügelschlägen und schnurgerade das Ufer wechselt. Dieses Glück war der Exkursionsgruppe nicht beschieden. Aber wer etwas Zeit mitbringt, hat gute Chancen den Eisvogel auf dem Weg zum Emmenspitz oder noch eher daselbst am Emmenkanal zu sehen. Ein paar hundert Meter weiter östlich ist in der Kiesgrube Flumenthal übrigens eine weitere Vogelkolonie beheimatet. Im hinteren Teil der Grube, der am besten von Norden aus Attiswil erreicht werden kann, brüten jeden Frühling die Uferschwalben in den kiesigen Steilwänden. In den festeren Schichten legen sie dicht an dicht ihre charakteristischen Höhlen an.

 

Diesen weiten Weg nahm die Gruppe an diesem  Muttertagsmorgen allerdings nicht mehr unter die Füsse. Über die Schützenmatt, wo noch Wachholderdrosseln und Distelfinken gesichtet wurden, ging es zurück zur Voliere. Ernst Inäbnit, Präsident der Ornithologischen Gesellschaft, verabschiedete zum Abschluss die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Rundgangs, die als Dank für ihre letztjährigen Spenden zugunsten der Voliere eingeladen worden waren. Bei Kaffee und Gipfeli erhielten sie zudem die Gelegenheit, sich die Voliere von Catrin und Walter Ferndriger von innen zeigen zu lassen.                 

 

 

Schönsittiche sind eingezogen

Die kalte Jahreszeit verbrachten sie im Wintergarten von Walter Ferndriger. Jetzt sind die vier Schönsittiche, die ihren Namen dem farbenprächtigen Gefieder verdanken, in der Voliere eingezogen. Sie vertragen sich bestens mit ihren neuen Nachbarn, den quirligen Zebrafinken und den Legewachteln. "Die kleinen Australier haben sich gut eingelebt", sagt Volierenobmann Walter Ferndriger, "jetzt hoffen wir, dass es gegen den Herbst erstmals Nachwuchs gibt". Man darf gespannt sein, welche Farbvariationen die nächste Generation hervorbringt.

Kiki ist auf dem Weg der Besserung

Kiki ist ein sehr zutraulicher Nymphensittich aus der grossen Eckvoliere. Allerdings ist er auch immer wieder auf die Unterstützung durch seine Betreuer angewiesen. Schon im Februar musste er für mehrere Wochen in die Krankenstation in der Futterküche umquartiert werden, weil er gesundheitlich angeschlagen war. Er erholte sich innert weniger Tage und konnte wieder zurück zu seinen Artgenossen. Aber entweder wollte er wieder zurück, oder er war tatsächlich noch nicht ganz auskuriert: Jedenfalls folgte im April ein weiterer Aufenthalt in der Krankenstation.

Besuch vom Rheinfall

Fünf der Grünwangenrotschwanzsittiche in der Voliere stammen aus einer privaten Haltung aus Neuhausen am Rheinfall. Als die Tochter zur Weiterbildung ins Ausland umziehen musste, entschied sich die Familie nach gründlicher Recherche, ihre Lieblinge der Voliere Solothurn anzuvertrauen. Wie sehr sie an den Tieren hängen, wurde inzwischen deutlich. Kürzlich reisten Mutter und Tochter bereits zum zweiten Mal während einem Heimatbesuch von Neuhausen nach Solothurn, um ihre Vögel zu besuchen. Besonders gefreut hat Catrin Ferndriger, dass Mutter Nicole beim letzten Besuch gleich beim Volierendienst Hand anlegte, als sie die derzeitige Notlage erkannte.

Danke!

Da ich wegen einer Hüftoperation ausgefallen bin, hat meine Frau Caterina das Zepter in der Voliere übernommen und versorgt unsere gefiederten Freunde an vier Tagen in der Woche. Unterstützt wird sie von Roswitha Marti und Regine Pountney, die spontan eingesprungen sind. Ebenso Heinz Stettler, der zusätzlich zu seinen beiden regulären Volierendiensten gemeinsam mit seiner Frau einen weiteren Arbeitstag übernommen hat. Somit können die täglichen Arbeiten weiterhin in drei bis vier Stunden erledigt werden und die Voliere bleibt sauber und gepflegt. So viel Hilfsbereitschaft ist nicht selbstverständlich. Herzlichen Dank den Helferinnen und Helfern.
Walter Ferndriger, Obmann 

 

PS: Auch die Solothurner Zeitung berichtete über Walter Ferndrigers Abwesenheit in der Voliere. Hier geht es zum Artikel

 

Frauenpower

Freundinnen sind da, wenn man sie braucht: Als Walter Ferndriger am 5. März unerwartet ausfiel, formierte sich innert kurzer Zeit ein kleiner Trupp von Helferinnen. Jetzt ist die Voliere seit sechs Wochen mehr oder weniger in Frauenhand. Einziger Mann derzeit ist Heinz Stettler, der schon seit Jahren am Dienstag und am Donnerstag den Volierendienst versieht. Er hat mit seiner Frau Rosette einen weiteren Tag übernommen, um Catrin Ferndriger zu entlasten. Roswitha Marti, Nachbarin und Freundin der Familie Ferndriger, hilft ebenfalls regelmässig aus und hat sich bereits mit Graupapagei Pauli angefreundet. Unser Bild oben zeigt Catrin Ferndriger (links) und Roswitha Marti beim Volierendienst am Ostersonntag. Die dritte im Bunde ist Regine Pountney, die regelmässig mit ihrem Sohn Liam bei der Voliere zu Besuch ist und die ebenfalls tatkräftig beim Putzen der Boxen und beim Füttern mithilft. Trotzdem sind alle froh, dass Walter Ferndriger in drei bis vier Wochen voraussichtlich wieder zurückkehrt. Am grössten dürfte das Glück bei Graupapagei Chica sein. Als Ferndriger kürzlich an Krücken auf einen Kaffee vorbeikam, spielten sich im Innern der Voliere herzergreifende Szenen ab. Chica geriet völlig aus dem Häuschen, als ihr bester Freund wieder da war - und die Umstehenden waren den Tränen nahe.

 

Links: Regine Pountney mit Sohn Liam

Oben: Catrin Ferndriger und Roswitha Marti beim Volierendienst.

Danke für Ihre Spenden!

Für die Voliere geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Dank einigen organisatorischen und optischen Anpassungen konnten wir 2018 wieder einen ansteigenden Spendeneingang verzeichnen. Einerseits haben wir die Kosten für den Versand der Spendenbriefe deutlich gesenkt. Dies auch dank helfenden Händen in der Kleintiersiedlung Brunnmatt, die die über 700 Spendenbriefe von Hand verpackt haben. Andererseits haben in diesem Jahr mehr Spenderinnen und Spender dazu beigetragen, dass die Institution Voliere betrieben und gepflegt werden kann. So werden wir im Jahr 2019 endlich die alten Wasserleitungen in der Voliere ersetzen können und wieder in allen Kojen zuverlässig fliessendes Wasser haben. Deshalb möchten wir Ihnen für Ihre Treue und Unterstützung herzlich danken. Verbunden damit wünschen wir allen Freundinnen und Freunden frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr.

Walter und Catrin Ferndriger

Im Sommer 2018 versiegte das Brunnenwasser

Plan: Die Quelle, die neben einigen Stadtbrunnen auch die Voliere speist, liegt in der Ziegelmatte (oben links). Die Leitung (grün) führt zum Amthausplatz ebenso wie zu den Brunnen der St. Ursen-Kathedrale.

 

In Solothurn gibt es noch eine alte Stadtquelle, welche den Amthausbrunnen, die Brunnen an der St. Ursen-Kathedrale und die Voliere mit Wasser versorgt. Das Wasser entspringt mitten in einem Wohnquartier am oberen Ende des Quellenwegs in der Ziegelmatte. Die Leitung führt unter der Unteren Steingrubenstrasse zum Kunstmuseum, wo sie sich Richtung Amthausplatz und Richtung Riedholzplatz verzweigt. In diesem heissen Sommer versiegte die Quelle während langer Zeit vollständig, wie Patrick Schärer, Chef des städtischen Werkhofs, bestätigt. Die Stadtbewohner merken es daran, dass die Brunnen kein Wasser mehr führen. Auch die Voliere bekommt es zu spüren, weil dann die Trinkbrunnen in den Kojen austrocknen und das Wasser täglich mit Eimerschleppen gewechselt werden muss. „Die Menge des Wassers, welche die Quelle bringt, ist massgeblich von den Witterungsverhältnissen sowie der Schneeschmelze abhängig“, schreibt Patrick Schärer weiter. Wenn es in diesem Winter viel schneit, kommt dies also auch den städtischen Brunnen und der Voliere im nächsten Sommer zugute.

Pauli und Chica flirten

Die beiden Graupapageien Chica und Pauli sind nicht nur die Lieblinge der Besucherinnen und Besucher der Voliere. Auch für Walter und Catrin Ferndriger sind sie die tägliche Freude bei der Arbeit in der Voliere. Während ihrer Anwesenheit bewegen sie sich im ganzen Inneren der Anlage, pfeifen, trillieren und beginnen zunehmend, auch ganze Worte nachzuahmen. Oder sie imitieren Kleinkindergeschrei so täuschend echt, dass die Betreuer schon mehr als einmal nach aussen geeilt sind, um nachzusehen. Vor allem aber scheint es zwischen den beiden Tieren, die nun über ein Jahr zusammenleben, allmählich zu funken. Wer weiss: Vielleicht gibt es in der Voliere sogar junge Graupapageien, wenn Pauli in einigen Jahren das Mannesalter erreicht... So oder so ist es sehr erfreulich, wie Chica wieder aufgeblüht ist, seit sie mit Pauli einen neuen Kumpel hat. Allerdings hat sie für den Jüngling keine Augen mehr, wenn Walter Ferndriger in der Voliere ist. Sobald er ihre Koje öffnet, folgt sie ihm auf Schritt und Tritt. Und sie gehorcht ihm fast wie ein kleiner Hund, wie das neuste Video aus dem Innern der Voliere zeigt. Wer hätte so etwas vor zwei Jahren gedacht, als die einsame Papageiendame noch zu unrecht als Männchen galt und deutliche Anzeichen von Vereinsamung zeigte.

Neu: 10 lebhafte Sperlingspapageien

Seit dem 7. August treibt eine Gang von zehn putzmunteren Sperlingspapageien ihr Unwesen in der Voliere. Die Tiere stammen vom Zuchwiler Metzger und Vogelzüchter Ernst Arnold. Sie lebten zuerst in der Quarantäne in der Futterküche. Allerdings nicht nur, um ihren Gesundheitszustand zu überprüfen, sondern auch, weil die Unterbringung Walter Ferndriger einige schlaflose Nächte bereitete. Sperlingspapageien gelten eigentlich als nicht gesellschaftsfähig. Nach etlichen Internetrecherchen und Diskussionen mit anderen erfahrenen Vogelexperten wurde ein Experiment gewagt: Die Sperlingspapageien bezogen die Koje mit den Graupapageien Chica und Pauli. Dies im Vertrauen darauf, dass die flinken, kleinen Südamerikaner den grossen Artgenossen entwischen können, falls die not amused auf die neuen Mitbewohner reagieren sollten. Aber das Zusammenleben klappte vom ersten Tag an. Inzwischen erfreuen die lebhaften Sperlingspapageien, bei denen immer etwas los ist, die Besucherinnen und Besucher. In freier Wildbahn sind die Sperlingspapageien von Mexiko bis in die Mitte Südamerikas zu finden. Sie gehören zu den kleinsten Papageienarten auf der Welt.

 

Neu: Fünf Molinasittiche

Anfang September sind nach der geglückten Zusammenführung in der Koje von Chica und Pauli weitere Zuzüger dazugekommen. Fünf Rotschwanzsittiche - genauer: Grünwangen-Rotschwanzsittiche oder auch Molinasittiche – gehören nun ebenfalls zur Familie in Koje 5. Diese Vergesellschaftung war weniger heikel, weil ein solches Tier und ein Rotbauchsittich bereits seit langem mit den Graupapageien zusammenleben. Die frisch zugezogenen, jungen Vogeldamen verdrehten dem eingesessenen Herrn so den Kopf, dass er einige Tage ganz aus dem Häuschen war. Apropos Häuschen: Die fünf Sittiche gehörten vorher einer jungen Frau, die ausgewandert ist. Sie brachte die Tiere in einem hölzernen Nistkasten mit Fluglöchern, die auf Sittiche zugeschnitten sind. Dieses Häuschen wurde den fünf Ankömmlingen mit in die Koje gegeben, damit sie eine Zuflucht hatten. Aber schon nach der ersten Nacht war es kein Sittich, der den Kopf aus dem Loch streckte. Es war der Graupapagei Chica, der es offenbar fertiggebracht hatte, den Holzdeckel zu heben und hininzuschlüpfen. Sein Pech: Der Deckel fiel zu und das Flugloch ist für sein Kaliber zu klein. Er musste warten, bis ihn Catrin Ferndriger am nächsten Morgen befreite.

Filou, politisch unkorrekt

Offenbar waren in diesem Sommer etliche Nymphensittiche auf der Kurve. Im Juli entdeckte ein Solothurner Ehepaar auf einem Spaziergang mit seinen Hunden einen Nymphensittich zwischen pickenden Tauben am Aareufer. Der Sittich schien schon ziemlich genug zu haben von der Freiheit. Als die beiden näher traten, flüchtete er nicht etwa, sondern flog ihnen im wahrsten Sinn des Wortes zu und blieb auf seinem Am sitzen. Inzwischen ist „Filou“ (Bild) in den dreissigköpfigen Schwarm der Voliere integriert. Erkennbar ist er daran, dass er gelegentlich Frauen hinterher pfeift wie in alter Gigolo. (Eine Kostprobe davon gibt es hier) „Kiki“ hingegen, ein anderer Nymphensittich und Freiheitsflüchtling, flog bei einer Familie durch das offene Stubenfenster, als die Dame des Hauses beim Bügeln war. Weil die Quarantäne gerade mit Sperlingspapageien vollständig belegt war, wurde „Kiki“ direkt in der Koje untergebracht. Wenige Tage später meldete sich seine Besitzerin. Mit etwas Geduld wurde ihr Tier identifiziert und sie konnte ihren „Kiki“ wieder mitnehmen. Schon zehn Tage später klopfte sie wieder bei der Voliere an. Sie habe das Gefühl, „Kiki“ sei einsam und vermisse die Gesellschaft. Ihm sei, auch wenn ihr die Trennung schwer falle, wahrscheinlich wohler in der Voliere, sagte sie. Seither lebt auch „Kiki“ in der Eckkoje. Der zugeflogene dritte Nymphensittich hat bisher weder Namen noch Besitzer. Er wurde am 17. August auf dem Amthausplatz entdeckt und von Walter und Catrin Ferndriger mit einem Netz eingefangen. Falls jemand einen Nymphensittich vermisst: Er könnte in der Voliere sein...

 

Rituale hinter den Kulissen

Wenn Walter und Catrin Ferndriger am frühen Morgen in der Voliere ankommen, holen sie als Erstes die beiden Graupapageien Chica und Pauli in die Küche. Die Vögel geniessen es, beim Vorbereiten der Früchte und des Gemüses dabei zu sein und mit ihren Betreuern zu schäkern. „Es ist ein bisschen wie in der Spielgruppe“, erzählt Catrin Ferndiger, „oft sitzt Chica bei Walter auf der Schulter und Pauli bei mir auf dem Kopf“.  Wie es von aussen aussieht, wenn Pauli auf dem Kopf von Catrin Ferndriger thront, hat eine Bekannte der beiden kürzlich beim Vorbeigehen gesehen - und diesen schönen Schnappschuss gemacht. Dieses kleine Video zeigt, wie sich die Graupapageien am Morgen in der Küche vergnügen.

 

Postkarten aus der Voliere

Die farbenprächtige Belegschaft der Voliere macht auch vor der Kamera eine gute Figur. Aus diesem Grund haben wir versuchsweise  Postkarten produziert. Die ersten Models waren natürlich Graupapagei Pauli, der mit seinem Geplapper und Gepfeife innert Jahresfrist zum Publikumsliebling geworden ist. Ebenfalls posiert haben die Nymphensittiche mit ihren steilen Hauben und die blauen Agaporniden, die auch die "Unzertrennlichen" oder "Liebesvögel" genannt werden. Was nicht bedeutet, dassunter ihnen immer nur Harmonie herrscht. Bezogen werden können die Postkarten jeweils zwischen 9 und 11 Uhr in der Voliere oder werktags von 09.00 - 18.00 Uhr (Sa. 09.00 - 13.00 Uhr) im Tourist Office von Region Solothurn Tourismus am Kronenplatz. Der Preis beträgt zwei Franken pro Karte. Nur solange Vorrat.

 

Neues Logo für einen guten Auftritt

 

 

 

 

Die Solothurner Grafikerin Monika Stampfli einen neuen Auftritt für die Voliere gestaltet. Das neue Logo mit dem Papagei schmückt nicht nur die Homepage und den Newsletter, sondern auch die Briefschaften und Flugblätter, welche die Druckerei Herzog in Langendorf produziert hat.

Die Voliere hat neue Schaufenster aus Sicherheitsglas

Dreckfinken hat es in der Voliere keine. Aber rund um die Voliere schon. Was Walter und Catrin Ferndriger jeweils am frühen Morgen antreffen, ist alles andere als appetitlich. Liegen gelassener Abfall und die Hinterlassenschaft von Leuten, denen der Weg zum nächsten WC zu weit war, gehören leider zum Alltag. Letzten Winter haben Vandalen auch zum Spass die Scheiben zerkratzt. Eine Scheibe war sogar zerbrochen und musste ausgerechnet im Januar sofort ersetzt werden. Die Sicherheitsbestimmungen schreiben vor, dass so grosse Scheiben aus Sicherheitsglas sein müssen. Diese Vorschrift konnte nun erfüllt werden. Wegen der aufwändigen Arbeiten waren die Tierpfleger eine Woche lang ganztägig anwesend. Die Vögel mussten während des Scheibenwechsels draussen bleiben, die Schieber zu den Innenkojen wurden geschlossen. So bestand keine Gefahr, dass einer der Schützlinge abhanden kommt. Der grosse Unterschied zu den alten Fenstern ist deutlich vorallem beim Putzen spürbar, wie Catrin Ferndriger berichtet. Ob den Scheibenkratzern bewusst war, was sie angerichtet haben?

 

Pauli hat sich bestens eingelebt

Bis im September lebte in der Voliere der Graupapagei Chica, der obwohl mit vielen anderen Sittichen in der selben Koje, zunehmende Anzeichen von Vereinsamung zeigte. Im September traf endlich sein neuer Gefährte Pauli ein, den die Voliere vom Roggwiler Züchter Paul Mosimann kaufen konnte. Die ersten Tage verbrachte Pauli zwar bereits in der Koje bei Chica, war aber zur Angewöhnung noch in einem kleinen Käfig untergebracht. Das Kennenlernen verlief so problemlos, dass Pauli und Chica bereits nach kurzer Zeit zusammengeführt werden konnten. Inzwischen macht der gelehrige Pauli der alteingesessenen Chica bereits Konkurrenz als Publikumsliebling. Er ist ausgesprochen zutraulich zu seinen Betreuern,

 

auf deren Schultern er regelmässig in der Futterküche die Zubereitung mitverfolgt und hat bereits gelernt, Melodien nachzupfeifen. Kurz: Pauli hat sich in der Voliere Solothurn bestens eingelebt.

 

Nachwuchs bei den Agaporniden

Dreimal gab es in diesem Jahr Nachwuchs bei den „Lovebirds“, den Agaporniden im Westflügel der Voliere. Die Bruterfolge können als Zeichen dafür gedeutet werden, dass sich die Tiere in ihrer Gruppe ausgesprochen wohl fühlen. Die dritte Brut ist in diesen Tagen geschlüpft. Die derzeit noch nackten Jungvögel dürften das Nest in ungefähr drei Wochen verlassen.

Maximilianpapagei gestorben

Im Spätherbst gab es einen Todesfall zu beklagen. Der eigenwillige Maximilian-Papagei, der mit seinem grauen Schopf schon ein wenig greisenhaft aussah, wirkte angeschlagen und wurde separiert. Am anderen Morgen lag er tot am Boden. Höchstwahrscheinlich starb er an Altersschwäche. Das Tier ist schon so lange in der Voliere, dass niemand sagen kann, wie alt es war.

Video: Papageiendusche und Futterklau

Nach langer Trockenheit gab es im Herbst plötzlich ergiebige Regenfälle. Auch die Papageien schienen darauf gewartet zu haben. Zumindest die Blaustirn-Amazone Coco, die es regelrecht genoss, eine ausgiebige Dusche zu nehmen und sich von allen Seiten bewässern zu lassen. Lora hingegen sorgte mit ihrer Geschicklichkeit beim Futterklauen für Furore. Allerdings machte sie sich über das Futter ihrer Kojennachbarn her, weshalb der neue Körnerkasten nun gegen die intelligente Papageiendame gesichert werden muss.


Voliere in der Solothurner Zeitung

Die Solothurner Zeitung hat am Samstag 16. September über die Ankunft von Pauli berichtet und ihren Beitrag mit einem Video ergänzt. Hier geht es zum Artikel und zum Video.


September 2017: Pauli ist eingetroffen

Nun ist er da: Pauli, der sieben Monate alte Graupapagei aus der Zucht von Paul Mosimann aus Roggwil, gehört seit  Freitag Morgen 1. September zur Belegschaft der Voliere Solothurn. Der Jungvogel, den Mosimann von Hand aufgezogen hat, wohnt in den nächsten Wochen provisorisch in einem separaten Käfig, der in der Koje der Graupapageiendame Chica platziert ist. Dies ist nötig, damit  die beiden Tiere genug Zeit haben, sich aneinander zu gewöhnen. Obwohl Walter und Caterina Ferndriger alles für die optimale Vorbereitung dieses Unternehmens getan haben, gibt es keine Garantie, dass die Zusammenführung klappt: Ob die gestandene Dame Chica den Jungspund Pauli, der in Papageienjahren noch ein Bub ist, akzeptiert, stellt sich erst heraus, wenn die beiden nicht mehr durch Gitterstäbe getrennt sind.

Aber zumindest der Start ist geglückt. Schon auf der Fahrt nach Solothurn war Pauli aussergewöhnlich ruhig, obwohl er zum ersten Mal sein vertrautes Umfeld mit den Geschwistern und Elterntieren verlassen hat. "Da habe ich schon ganz anderes erlebt", sagte Paul Mosimann, der allein dieses Jahr von seinen vier Graupapageienpaaren sechs Jungtiere gross gezogen hat. Nach der Ankunft in der Voliere hatte Pauli in der Futterküche erst mal Zeit, die neue Umgebung ausgiebig zu mustern und sich mit seinen neuen Betreuern vertraut zu machen. Während Pauli eher einsilbig blieb, war die Freude über den Ankömmling bei Caterina Ferndriger gross (Bild). Nach gut 45 Minuten führte Walter Ferndriger eine erste Begegnung herbei: Er holte Chica aus ihrer Koje, setzte sie auf seine Schulter, damit sie sich den Neuen einmal aus sicherer Distanz ansehen konnte. Pauli markierte selbstbewusst den Kerl, indem er ein kleines Flügelballett aufführte, während Chica vorerst Desinteresse vorschützte.

 

Schon kurze Zeit später hiess es für Paul Mosimann, Abschied zu nehmen. Das fiel ihm, auch wenn er sich nicht viel anmerken liess, ein bisschen schwer. Weil Graupapageien in Gefangenschaft ihre Nachkommen meistens verstossen, zieht er die Jungtiere von Hand auf. Das bedeutet vor allem in den ersten Wochen, dass er die Küken rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche mit einem Spezialbrei füttern muss. Dass dabei  eine Bindung zwischen Mensch und Tier entsteht, zeigte sich etwa darin, dass Pauli bei seinem Antrittsbesuch immer wieder die Nähe seines Ziehvaters suchte - meist indem er losflatterte und auf Mosimanns Kopf landete.  Aber ein erfahrener Züchter wie Mosimann, der verschiedenste exotische Vögel und gelegentlich auch verwaiste Igel hält, hat sich längst daran gewöhnt. So ging es dann gegen elf Uhr plötzlich schnell, als er Pauli in seine neue Koje brachte, in der bereits ein Futternapf und frisches Wasser auf ihn warteten.

Hier, im Reich von Chica, war es nun Pauli, der kleinlaut und ruhig abwartete. Chica näherte sich dem neuen Mitbewohner sichtlich interessiert, aber vorsichtig. Erst versuchte sie ihn mit Distanz aus allen möglichen Winkeln in seinem Käfig zu erspähen. Dann kletterte sie von aussen an die Gitterstäbe und keine zehn Minuten nachdem Pauli eingezogen war, pfiff sie bei seinem Anblick vergnügt. Nun bleibt abzuwarten, wie lange die Harmonie anhält. Eigentlich müsste es klappen. Paul Mosimann hat anhand von Federn beider Tiere vorgängig ausgependelt, dass sie zusammenpassen.

Video

Bilder zur Ankunft von Pauli


August 2017: Die Amazonen heissen Coco, Lora, Alex und Beat

Er ziert die Homepage, nun ist auch bekannt, wie er heisst: Die Blaustirnamazone Coco
Er ziert die Homepage, nun ist auch bekannt, wie er heisst: Die Blaustirnamazone Coco

In den Akten der Voliere sind Geschlechter-Bestimmungszertifikate für die Gelbstirn- und Blaustirnamazonen zum Vorschein gekommen. Damit können wir unsere aufmerksamen Besucherinnen und Besucher über einige Details zu den grünen Papageien informieren: Die beiden Blaustirn-Amazonen sind ein Männchen und ein Weibchen. Die grössere ist das Männchen und hat die Ringnummer 001. Sein Name ist gemäss Unterlage Coco. Seine angebliche Partnerin mit Ringnummer 002 ist die kleinere und heisst Lora. Beide wurden 2005 geboren. Sind nun also schon zwölf Jahre alt. In Ihrem bisherigen Zusammensein hat es leider noch keinen Nachwuchs gegeben. Es scheint fast so, dass dieses Paar nicht wirklich zusammen findet. Die beiden Gelbstirnamazonen sind zwei Männchen. Auch sie waren gemeinsam untergebracht. Leider gibt es keine Angaben zu ihrem Geburtsjahr. Alex heisst jener mit dem komplett hellen Schnabel. Er ist auch etwas der kleinere und gerne alleine für sich. Beat ist der grössere und hat auf seinem hellen Schnabel einen schwarzen Fleck. So lassen sie sich sie gut unterscheiden.

Vor einem Jahr haben Walter und Catrin Ferndriger diese vier Papageien zusammen in die Erste Koje einquartiert. Seither gibt sich Coco gerne mit Beat ab. Die beiden fressen zusammen und putzen sich auch gegenseitig das Gefieder. Catrin Ferndriger: "Einmal konnten wir beobachten, dass sie sich nebeneinander sitzend die Füsse gekrallt hielten und schnäbelten. Wir konnten kaum glauben, was wir da zu sehen bekamen. Erleben wir hier die nächste Überraschung?"

Treffen alle vier Amazonen zusammen, sind sie nicht zu überhören. Das Geschrei ist gross. Ein zweijähriger Bub kommt mit seiner Mutter regelmässig die Voliere besuchen. Er kann die Amazonen bestens imitieren. Das ist allerliebst zu hören.

Von links nach rechts: Beat, Lora und Alex

August 2017: Nachwuchs bei den Zwergwachteln

Die ausgewachsenen Tiere sind so klein, dass sie im alten China als lebende Handwärmer in den Rocktaschen dienen mussten. Ihre Eier sind noch einmal deutlich winziger als die Eier der normalen Legewachteln. Und ihre Küken sind gerade daumengross, wenn sie schlüpfen. Zurzeit haben die Zwergwachteln in der Voliere Nachwuchs. Ihn zu entdecken ist nicht einfach. Aber man kann es versuchen - die Zwergwachteln leben in einer Koje auf der Nordseite der Voliere. Hinter dem ersten Fenster nach dem Musikautomaten.

Juli 2017: Chico ist eine Chica

Grosse Augen am frühen Morgen: Der Publikumsliebling der Voliere, Graupapagei Chico, ist eine Chica. Zu diesem eindeutigen Befund gelangte Volierenobmann Walter Ferndriger, als er vergangene Woche bei der Fütterung entdeckte, dass Chico auf einem Ei sitzt und es trotzig verteidigt. Da Chico der einzige Graupapagei der Voliere ist, gibt es nur eine logische Schlussfolgerung: Er ist nicht das Männchen, für das er jahrelang gehalten wurde.
Die Geschlechtsbestimmung ist bei Graupapageien äusserst schwierig. Um sicher zu gehen, müssten seine Federn einem Gentest unterzogen werden. Überraschungen bezüglich des Geschlechtes gibt es bei Zootieren immer wieder. Im November 2010 wurde zum Beispiel im Berner Bärenpark festgestellt, dass der vermeintliche Bärenmann Urs in Wirklichkeit eine Ursina ist.
Trotzdem stellt die neue Erkenntnis die Voliere vor neue Herausforderungen. Erst vor kurzer Zeit wurde mit einem Züchter aus Roggwil der Kauf des halbjährigen Graupapageis "Pauli" besiegelt, den die Betreuer Walter und Caterina Ferndriger als Kumpel für Chico ausgesucht haben. Pauli wird demnächst in der Voliere einziehen. Es wurde bewusst ein männliches Tier ausgesucht, weil die Aufzucht von Graupapageien ein äusserst schwieriges und zeitraubendes Unterfangen ist. In Gefangenschaft müssen die Küken meist von Hand aufgepäppelt werden, was in den ersten Wochen ein 24-Stunden-Job ist. Bis sich das Problem in der Voliere Solothurn stellt, verstreicht allerdings noch etwas Zeit: Rund fünfeinhalb Jahre dürfte es dauern, bis Pauli überhaupt Nachwuchs zeugen kann. Da die Tiere 70 Jahre und älter werden, kommen sie auch erst mit etwa sechs Jahren in die Pubertät.


Juli 2017: Solothurner Zeitung

Die Veränderungen in der Voliere sind nicht unbemerkt geblieben. Am Dienstag 11. Juli berichtete die "Solothurner Zeitung" über die Anlage auf der Chantier-Wiese. Ein Thema war auch die Einsamkeit von Chico, der zu diesem Zeitpunkt noch als männliches Mitglied der Belegschaft galt. Hier geht es zur Onlineversion des Artikels.


Juli 2017: Vogelhochzeit

Der Einzug eines neuen Bewohners ist in der Voliere immer ein grosses Ereignis. Wie der ebenfalls einsame blaue Halsbandsittich reagierte, als er im letzten Spätherbst seine neue Partnerin kennen lernte, hat Caterina Ferndriger in einem kleinen Video festgehalten. Bei so viel Freude macht schon das Zusehen allein Freude.

Das Männchen umwirbt die neue Bewohnerin heftig mit Imponiergehabe und symbolischem Füttern, was in der Welt der Halsbandsittiche einer heftigen Liebeserklärung entspricht. Madame war ebenfalls interessiert, auch wenn sie sich wenig anmerken lässt. Seither führen die beiden Halsbandsittiche eine harmonische Partnerschaft in der Voliere.


Juni 2017: Chico bekommt einen Kumpel

Einsamer Knabe

Papageien hat es viele in der Voliere, aber nur einer ist ein Graupapagei. Chico hat zwar in Walter Ferndriger einen guten Freund, der ihn jeden Tag für ein paar Minuten auf die Schulter und mit in die Futterküche nimmt, aber den Rest des Tages ist der gewitzte Papagei trotz lauter Gesellschaft ziemlich einsam. So einsam, dass er in letzter Zeit begonnen hat, sich an der Brust Federn auszureissen.

Deshalb bekommt Chico schon bald einen neuen Freund. Im August dürfte es so weit sein. Dann zieht der sechs Monate alte Graupapagei "Pauli" in Chicos Koje ein. Aufgepäppelt hat den Neuzuzüger Pauli der Roggwiler Züchter Paul Mosimann. Graupapageien sind in der Zucht sehr aufwändig, weil die Weibchen ihre Jungen in Gefangenschaft meist gar nicht betreuen. Dann muss der Züchter das Jungtier von Hand füttern, was zumindest in der ersten Phase mehr oder weniger ein 24-Stunden-Job ist.

Wenn Pauli einzieht, wird Walter Ferndriger die beiden Graupapageien zuerst sachte aneinander gewöhnen müssen. Bereits schmiedet er Pläne, wie er in der Koje einen zweiten Käfig platzieren kann, in dem Pauli zunächst wohnen wird. Erst wenn klar ist, dass sich die beiden vertragen, werden sie aufeinander losgelassen. Hoffen wir also, dass sich der schlaue Chico mit seinem neuen Graupapageien-Kumpel vertragen wird.


Laute Mitbewohner

Die Koje, in der auch Chico zuhause ist, hat eine Innenkoje und ein Aussengehege, so dass die Tiere nach Belieben von innen nach aussen wechseln können. Chico lebt in einer WG mit den Maximilianpapageien und den Grosssittichen. Allerdings ist er selten im Aussengehege bei den lauten und geschäftigen Mitbewohnern, sondern meist in der hinteren Koje und durch die Scheibe im Volierendurchgang zu sehen.

Ein Mitbewohner aus Chicos Koje: Grosssittich
Ein Mitbewohner aus Chicos Koje: Grosssittich

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